Telefon mit Notrufanhänger: Telefonieren mit dem Plus an Sicherheit

Seniorentelefon Großtasten-Telfon mit Notruf-Anhänger

Ein Telefon mit Notrufanhänger verbindet zwei Dinge: das gewohnte Telefonieren und die Möglichkeit, per Knopfdruck jemanden zu anrufen. Getragen wird der Rufknopf als Anhänger wie eine Kette um den Hals oder am Handgelenk, sodass er anders als das Telefon auf dem Tisch immer am Körper ist. Der Gedanke dahinter leuchtet ein: Wer nach einem Sturz nicht mehr zum Telefon kommt, soll trotzdem Hilfe erreichen können. Wie tragfähig dieses Versprechen ist, hängt allerdings stark von der Technik dahinter ab, und genau das lohnt einen genauen Blick.

So funktioniert ein Telefon für Senioren mit Notrufanhänger

Das System besteht aus einem Telefon mit Basisstation und einem kleinen Sender, dem Anhänger. Solche Geräte gibt es sowohl als Schnurlostelefon als auch als schnurgebundenen Apparat, die Kombination mit Notrufanhänger ist also nicht auf schnurlose Modelle beschränkt. Auf dem Anhänger sitzt mindestens eine Taste, bei manchen Modellen mehrere Direktwahltasten, hinter denen feste Nummern liegen, etwa die der Kinder, einer Nachbarin oder eines Pflegedienstes. Drücken Sie die Taste, wählt das Gerät diese Nummern an, bei einigen Modellen nacheinander, bis jemand abnimmt. Je nach Ausführung lässt sich das Gespräch dann direkt über den Anhänger im Freisprechmodus führen, sodass Sie die Hände frei haben. Der Anhänger arbeitet über Funk und funktioniert nur in Reichweite der Basisstation, also im Haus und meist noch im Garten. Das Telefon selbst bleibt ein normales Großtastentelefon mit den bekannten Funktionen.

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Ehrlich gesagt: Was ein Notrufanhänger nicht leistet

An diesem Punkt muss ich einem verbreiteten Missverständnis vorbeugen: Ein Notrufanhänger an einem Telefon ist kein vollwertiger Hausnotruf. Der entscheidende Unterschied liegt darin, wen er ruft: Er wählt gespeicherte Privatnummern, während ein echter Hausnotruf eine rund um die Uhr besetzte Leitstelle erreicht, die immer abnimmt, die Lage einschätzt und im Zweifel den Rettungsdienst schickt. Drücken Sie den Anhänger und Ihre Tochter ist im Kino, der Nachbar verreist, geht der Anruf ins Leere und niemand kommt. Hinzu kommen weitere Grenzen. Der Anhänger nützt nur, wenn Sie ihn tatsächlich tragen, doch gerade beim Duschen oder nachts legen viele ihn ab, und genau dann geschehen Stürze besonders häufig. Er reagiert nicht von selbst, sondern setzt voraus, dass Sie bei Bewusstsein sind und die Taste drücken können, eine automatische Sturzerkennung bieten diese einfachen Modelle in der Regel nicht. Und die Funkreichweite endet am Grundstück, unterwegs sind Sie damit nicht abgesichert. Als Erleichterung im Alltag und als kleine Rückversicherung im vertrauten Kreis ist der Anhänger nützlich, als alleinige Absicherung im Ernstfall sollte man sich nicht auf ihn verlassen.

Was sich im Alltag ändert

Im günstigen Fall nimmt das Gerät ein Stück der täglichen Umständlichkeit. Klingelt es, während Sie im Garten stehen oder den Wäschekorb tragen, nehmen Sie den Anruf am Anhänger an, statt zum Telefon zu eilen. Wer sich unsicher fühlt, hat die vertrauten Personen buchstäblich griffbereit und muss im Zweifel nur eine Taste drücken, statt eine Nummer zu suchen. Diese Erreichbarkeit kann beruhigen, sowohl die ältere Person als auch die Angehörigen, solange allen klar ist, was das Gerät leisten kann und was nicht. Genau diese Klarheit ist wichtig, damit aus der Beruhigung keine trügerische Sicherheit wird.

Eine Lösung von mehreren

Ein Telefon für Senioren mit Notrufanhänger ist eine von mehreren Möglichkeiten, Telefonieren und Erreichbarkeit zu verbinden, und für welche man sich entscheidet, hängt vor allem davon ab, wie ernst das Sicherheitsbedürfnis ist. Geht es Ihnen wirklich um die Absicherung nach einem Sturz, ist ein echter Hausnotruf mit Anschluss an eine Leitstelle die verlässlichere Wahl, oft ergänzt um eine automatische Sturzerkennung und teils von der Pflegekasse bezuschusst. Steht dagegen das bequeme Telefonieren im Vordergrund und der Anhänger ist nur ein willkommener Zusatz, kann dieses Kombigerät genau passen. Wer ohnehin nur ein gut bedienbares Telefon sucht, kommt mit einem schlichten Großtastentelefon aus. Und wer auch außer Haus abgesichert sein möchte, für den kommen ein Seniorenhandy mit Notruftaste oder eine Notruf-Uhr mit Mobilfunk und Sturzerkennung infrage, die anders als der Funkanhänger nicht an die heimische Basisstation gebunden sind. Welche Lösung passt, hängt davon ab, ob Sie zu Hause oder auch unterwegs Sicherheit brauchen, ob eine erreichbare Bezugsperson genügt oder eine ständig besetzte Leitstelle nötig ist und wie zuverlässig der Anhänger tatsächlich getragen wird.

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QUELLE:
https://thomas-schatz.de/hilfsmittel/schnurlostelefon-2/

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