Herdknopfabdeckung: die Herdknöpfe gegen versehentliches Einschalten sichern

Herdknopfabdeckung

Die Herdknopfabdeckung legt sich über die vorhandenen Drehknöpfe des Herds und verdeckt sie, sodass man sie nicht mehr ohne Weiteres erreicht. Anders als Ersatzknöpfe, die man montieren muss, werden sie einfach aufgesetzt. Der Zweck ist derselbe: Ein Streifen mit der Hüfte, ein hängen bleibender Ärmel oder eine Katze auf der Arbeitsfläche soll keine Platte mehr in Gang setzen. Ob eine Abdeckung dafür das richtige Mittel ist, hängt davon ab, wovor genau sie schützen soll, und das lohnt einen genaueren Blick.

So funktionieren Herdknopfabdeckungen

Herdknopfabdeckungen gibt es in zwei Grundformen. Einzelne Schutzkappen stülpt man über je einen Knopf, während durchsichtige Abdeckleisten mehrere Knöpfe zugleich hinter einer aufklappbaren Blende verbergen. Wer den Herd bedienen möchte, nimmt die Kappe ab oder klappt die Leiste auf, dreht wie gewohnt und schließt danach wieder. Angebracht wird meist ohne Werkzeug, oft mit Klebepads oder Klemmen, sodass sich die Abdeckung auch rückstandsfrei wieder entfernen lässt. Für Gasherde gibt es eine verwandte Variante, das Herdknopfschloss. Es wird zwischen Knopf und Herd geschoben und verhindert, dass sich der Knopf hineindrücken lässt. Da ein Gasknopf sich erst nach dem Eindrücken drehen und damit Gas freigeben lässt, ist der Herd auf diese Weise gesperrt.

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Ehrlich gesagt: Was die Herdknopfabdeckung nicht leistet

Hier braucht es eine klare Einordnung, damit dieses Hilfsmittel nicht überschätzt wird. Eine Abdeckung schützt vor dem Einschalten, nicht vor dem Vergessen. Wer eine Platte anstellt und später nicht mehr weiß, ob sie noch läuft, dem hilft die Kappe nicht, denn während des Kochens ist sie ohnehin geöffnet. Für dieses Problem ist eine Herdabschaltung zuständig, die den Strom oder das Gas nach einer gewissen Zeit oder bei fehlender Bewegung selbst unterbricht. Zweitens ist die Formulierung, die Barriere schütze „ohne einzuschränken“, zu schön. Sobald eine Abdeckung jemanden am Kochen hindern soll, ist sie eine Einschränkung, und das ist bei Demenz auch so gewollt. Ehrlich ist es, das so zu benennen, statt es zu beschönigen. Drittens, und das ist der wichtigste Punkt bei kognitiven Einschränkungen: Eine Abdeckung ist eine Verzögerung, keine verlässliche Sperre. Eingeübte Handgriffe bleiben bei Demenz oft lange erhalten, und manche öffnen eine Kappe nach einigen Versuchen doch, gerade weil das Öffnen eine einfache, körperlich erlernbare Bewegung ist. Wer sich darauf verlässt und deshalb längere Zeit außer Haus geht, kann böse überrascht werden. Und schließlich sichern Abdeckungen nur den Schalter, nicht den Kochvorgang. Gegen angebranntes Essen oder einen überkochenden Topf richten sie nichts aus.

Was sich im Alltag ändert

Spürbar wird der Schutz dort, wo bisher unbemerkt etwas geschah, etwa wenn beim Abwischen der Fläche versehentlich ein Knopf verstellt wurde. Eine besondere Rolle spielen Abdeckungen im Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung. Wo das Abnehmen oder Aufklappen den Erkrankten überfordert, bleibt der Herd unbenutzt, solange niemand daneben steht. Ist die betreuende Person kurz außer Haus, beim Einkaufen oder für einige Stunden bei der Arbeit, lässt sich die Platte nicht mehr aus einem Impuls heraus anstellen. Sobald jemand dabei ist, wird die Abdeckung geöffnet und ganz normal gekocht, bei Bedarf gemeinsam. Der Gewinn liegt also weniger im Gerät selbst als in der Ruhe, die eine überschaubare Verzögerung den Angehörigen geben kann, solange allen klar ist, wie weit dieser Schutz reicht.

Eine Lösung von mehreren

Herdknopfabdeckungen sind eine von mehreren Möglichkeiten, den Herd zu sichern, und welche passt, hängt von der eigentlichen Gefahr ab. Geht es um das versehentliche Einschalten, sind Abdeckungen und die im Nachbarbeitrag beschriebenen Herdschutzknöpfe zwei Wege zum selben Ziel: Die Abdeckung lässt die vorhandenen Knöpfe an Ort und Stelle und legt sich darüber, der Schutzknopf ersetzt sie durch einen mit Drück-und-Dreh-Mechanismus. Wer nichts austauschen möchte, greift zur Abdeckung, wer eine unauffällige Dauerlösung bevorzugt, eher zum Ersatzknopf. Steht dagegen das Vergessen des Ausschaltens im Vordergrund, führt der Weg zu einer Herdabschaltung als Zwischenstecker oder als Herdwächter mit Sensor, teils über die Pflegekasse bezuschusst. Soll das Kochen in Abwesenheit einer Betreuungsperson zuverlässig ausgeschlossen sein, sind ein abschließbares Herdschloss oder das Herausnehmen der Sicherung die härtere, aber sichere Variante, die allerdings jedes eigenständige Kochen unterbindet und deshalb gut abgewogen sein will. Und wer den Herd ohnehin kaum noch nutzt, kommt mitunter mit einer Mikrowelle oder einer Induktionsplatte mit Zeitschaltung besser zurecht. Welche Lösung passt, hängt davon ab, ob das unbeabsichtigte Einschalten, das Vergessen des Ausschaltens oder das unbeaufsichtigte Kochen das eigentliche Risiko ist, und ob ein Gasherd im Spiel ist, bei dem ein Herdknopfschloss gezielt den Gasfluss sperrt.

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QUELLE:
https://thomas-schatz.de/hilfsmittel/herdknopfabdeckung-2/

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