Herdwächter: Den Herd bei Gefahr selbsttätig abschalten lassen

Herdwächter mit herdabschaltung

Wo ein vergessener Topf zur Brandgefahr wird, greift ein Herdwächter ein, indem er die Kochstelle selbsttätig vom Strom trennt. Anders als eine Zeitschaltung, die man vor jedem Kochen bewusst stellen muss, arbeitet er im Hintergrund und verlangt nichts von der kochenden Person. Genau darin liegt sein Wert, denn wer den Herd vergisst, vergisst gewöhnlich auch, eine Sicherung einzuschalten. Welche Gefahr das Gerät tatsächlich erkennt, hängt jedoch von seiner Bauart ab.

So funktioniert ein Herdwächter

Ein Herdwächter besteht aus einem Sensor über der Kochfläche, meist an der Dunstabzugshaube oder an der Wand, und einer Schalteinheit, die eine Elektrofachkraft in die Stromzuleitung des Herds einbaut. Wird eine Gefahr erkannt, ertönt zunächst ein Warnton, der zum Nachschauen auffordert. Bleibt eine Reaktion aus, unterbricht das Gerät den Strom.

Unterschiedlich ist, worauf der Sensor achtet. Bewegungsbasierte Geräte registrieren, ob sich jemand am Herd aufhält. Hat sich über eine eingestellte Zeit niemand mehr gezeigt, während eine Platte läuft, wird abgeschaltet. Temperaturbasierte Geräte messen dagegen die Wärme über der Kochfläche und greifen ein, sobald sie ungewöhnlich ansteigt, etwa weil ein Topf leergekocht ist oder Fett zu heiß wird. Manche Modelle verbinden beide Verfahren. Für den Kauf ist das die wichtigste Frage überhaupt, denn ein Bewegungsmelder erkennt keine überhitzte Pfanne, solange jemand danebensteht, und ein Wärmesensor bemerkt nicht, dass die Küche seit einer Stunde leer ist.

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Ehrlich gesagt: Was ein Herdwächter nicht leistet

So sinnvoll das Prinzip ist, ein paar Punkte gehören auf den Tisch. Zuerst der Aufwand: Der Einbau in die Zuleitung gehört in fachkundige Hände, es ist also keine Anschaffung, die man am Nachmittag selbst erledigt, und mit Gerät und Montage kommt eine spürbare Summe zusammen. Ob sich ein Zuschuss der Pflegekasse als wohnumfeldverbessernde Maßnahme erreichen lässt, ist eine Nachfrage vor dem Kauf wert. Dann die Sache mit dem Alltag: Bewegungsbasierte Geräte schalten mitunter ab, während man noch kocht, etwa wenn man sich beim Köcheln an den Küchentisch setzt oder kurz die Wäsche aufhängt. Nach dem Abschalten muss der Herd wieder freigegeben werden, häufig über eine Taste am Gerät, und dieser Handgriff ist bei fortgeschrittener Demenz nicht mehr zu erwarten, sodass die Küche für die betroffene Person bis zur Rückkehr einer Begleitperson stillsteht. Auch der Warnton hilft nur bedingt, denn wer schlecht hört oder das Signal nicht zuzuordnen weiß, reagiert nicht darauf, was allerdings der Sinn der nachfolgenden Abschaltung ist. Schließlich verhindert auch dieses Gerät kein angebranntes Essen: Es wehrt den Brand ab, nicht die verdorbene Mahlzeit. Und wer mit Gas kocht, findet nur wenige passende Lösungen, weil die üblichen Wächter die Stromzufuhr trennen, was bei einer Gasflamme wirkungslos wäre; hier sind gesonderte Gasabsperrungen nötig.

Was sich im Alltag ändert

Läuft das Gerät erst, merkt man im besten Fall nichts davon, und das ist genau der Punkt. Gekocht wird wie zuvor, mit demselben Herd, denselben Handgriffen, ohne dass etwas zu bedienen oder zu stellen wäre. Der Schutz greift erst, wenn er gebraucht wird. Für Angehörige bedeutet das eine Entlastung, die keine Aufsicht erfordert: Man muss nicht anrufen und fragen, ob die Platte aus ist. Besonders im Zusammenhang mit einer Demenzerkrankung liegt darin der Vorteil gegenüber allen Lösungen, die ein Erinnern voraussetzen, denn der Sensor arbeitet unabhängig davon, was jemand behalten oder vergessen hat. Dass die Küche nutzbar bleibt, statt gesperrt zu werden, wiegt für viele schwerer als der Preis des Geräts.

Eine Lösung von mehreren

Ein Herdwächter ist die aufwendigste, aber auch verlässlichste der Herdsicherungen, und ob er die richtige ist, hängt davon ab, welche Gefahr im Vordergrund steht. Geht es nur um gelegentliche Zerstreutheit bei ansonsten wachem Kopf, genügt oft der deutlich günstigere Timer, der die Heizdauer von vornherein begrenzt. Fürchtet man dagegen das versehentliche Einschalten, etwa durch ein Tier oder einen Ärmel, sind Herdschutzknöpfe oder Herdknopfabdeckungen die passenden Mittel; sie und der Wächter schließen sich nicht aus, sondern lassen sich sinnvoll kombinieren. Wer ohnehin über ein neues Kochgerät nachdenkt, findet in einem Induktionskochfeld eine Bauart, bei der eine leere Zone gar nicht erst heizt, die aber die Umgewöhnung auf Sensortasten verlangt. Und wenn nur noch selten gekocht wird, kann eine Mikrowelle oder eine einzelne Kochplatte mit Zeitschaltung die einfachere Antwort sein. Welche Lösung passt, hängt davon ab, ob das Vergessen, das versehentliche Einschalten oder das unbeaufsichtigte Kochen das eigentliche Risiko ist, ob mit Strom oder Gas gekocht wird und wie viel Aufwand die Wohnsituation rechtfertigt.

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QUELLE:
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