Großkartenspiele: Eine einfache Hilfe für die Spielrunde im Alter
Wer schon einmal mit nachlassender Sehkraft eine Skatkarte in die Hand genommen hat, kennt das Problem: Die Symbole verschwimmen, die kleinen Zahlen am Rand sind kaum noch zu entziffern, und das gemütliche Kartenspiel mit Freunden wird zur Anstrengung. Manche ziehen sich daraufhin aus der Spielrunde zurück, obwohl sie eigentlich gerne weiter mitmachen würden. Großkartenspiele können in dieser Situation eine einfache Hilfe sein, um selbstständig im Alter weiter am gewohnten Spielnachmittag teilzunehmen.
Was Großkartenspiele sind
Großkartenspiele haben deutlich vergrößerte Symbole, Bilder und Ziffern. Die Farben sind kräftiger und die Kontraste stärker als bei Standardkarten. Erhältlich sind sie für die üblichen Spiele wie Skat, Rommé, Canasta oder Mau-Mau, oft auch unter dem Namen Seniorenkarten.
Wichtig zu wissen: Großkartenspiele helfen bei leichter bis mittlerer Sehminderung. Bei stärkeren Einschränkungen, etwa durch eine fortgeschrittene Makuladegeneration, stoßen auch sie an ihre Grenzen. In solchen Fällen lohnt sich der Gang zum Augenarzt oder zu einer Sehberatungsstelle, denn dort gibt es Hinweise auf weitere Hilfsmittel wie Lupen, Bildschirmlesegeräte oder taktil markierte Karten.
Wenn das Halten schwerfällt: Kartenhalter
Fällt es schwer, einen ganzen Stapel Karten festzuhalten, gibt es Kartenhalter aus Holz oder Kunststoff. Die Karten werden in eine Rille gesteckt und stehen aufrecht vor dem Spieler. So bleiben die Hände frei, und auch längere Spielrunden ermüden weniger. Bei stärkerem Tremor oder deutlich eingeschränkter Feinmotorik kann es sinnvoll sein, zusätzlich mit einer Ergotherapeutin oder einem Ergotherapeuten zu sprechen. Sie kennen oft noch weitere Anpassungen, die das Kartenspielen erleichtern.
Eine Möglichkeit unter mehreren
Großkartenspiele sind eine von vielen kleinen Anpassungen, die das Kartenspielen im Alter wieder leichter machen können. Manchmal reicht auch schon eine bessere Beleuchtung am Spieltisch, eine Tischlupe, eine andere Sitzhöhe oder ein heller Untergrund, um die Karten besser zu erkennen. Welche Lösung passt, hängt von den eigenen Einschränkungen ab.
Warum das Mitspielen zählt
Eine Spielrunde am Nachmittag ist mehr als Zeitvertreib. Sie hält den Geist beweglich, sorgt für Kontakt und gibt dem Tag eine Struktur. Wer die liebgewonnene Skatrunde behalten möchte, dem kann ein vergrößertes Kartendeck genau diese Tür offenhalten.
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