Geistig in Bewegung bleiben: Was Spiele Apps auf Tablet und Smartphone wirklich leisten
Geistige Aktivität gehört zu den wichtigsten Bausteinen für ein gesundes Älterwerden. Wer regelmäßig liest, rätselt, plant, sich austauscht oder eine Sprache pflegt, hält die grauen Zellen in Bewegung. Was früher mit Kreuzworträtselheft, Skatabend oder Lesekreis gepflegt wurde, lässt sich heute auch über Spiele Apps auf dem Smartphone oder Tablet erledigen. Eingebaut ist das Ganze in ein Gerät, das ohnehin meist in greifbarer Nähe liegt, und gespielt werden kann zu jeder Tageszeit, im Sessel ebenso wie im Wartezimmer beim Arzt.
Was Spiele Apps bieten
Die Auswahl ist groß und reicht weit über die klassischen Kreuzworträtsel hinaus. Sudoku, Memory, Solitär und Mahjong gehören zu den verbreiteten Klassikern. Daneben gibt es spezielle Apps für das sogenannte Gehirnjogging mit kurzen Übungen für Konzentration, Gedächtnis oder Reaktion. Auch Wortspiele wie Scrabble und Quizspiele zu Geografie, Geschichte oder Musik finden viele Anhänger. Wer mag, spielt gegen den Computer, gegen die Zeit oder online gegen andere Spieler aus der ganzen Welt.
Praktisch ist, dass viele Spiele auch ohne Internetverbindung funktionieren und dass die Schriftgröße in den meisten Apps angepasst werden kann, was den Augen entgegenkommt.
Was zu bedenken ist
Ehrlich gesagt: Die Frage, ob Spiele Apps wirklich das Gedächtnis trainieren oder einer Demenz vorbeugen, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt. Untersuchungen zeigen, dass man vor allem in genau dem besser wird, was man übt, also etwa schneller Sudoku löst, wenn man viel Sudoku spielt. Ob sich das auf andere Bereiche des Alltags überträgt, ist umstritten. Was unstrittig ist: Geistige Beschäftigung ist besser als geistige Untätigkeit, und wer beim Spielen Freude hat, hat schon viel gewonnen. Spiele Apps sind in dieser Hinsicht eine schöne Ergänzung, ersetzen aber nicht das Gespräch mit anderen Menschen, körperliche Bewegung und gesellschaftliche Teilhabe, die für das geistige Wohlbefinden ebenso wichtig sind.
Außerdem zwei praktische Punkte: Viele Apps sind zwar kostenlos, finanzieren sich aber über Werbung, die mitunter aufdringlich daherkommt und auch zu unerwünschten Käufen verleiten kann. Eine werbefreie Variante kostet meist nur wenige Euro und macht das Spielen deutlich entspannter. Und beim Herunterladen ist Vorsicht geboten, weil hin und wieder unseriöse Apps auftauchen, die persönliche Daten abgreifen oder versteckt Abos abschließen. Beim ersten Einrichten lohnt sich deshalb Unterstützung durch jüngere Familienmitglieder oder durch einen der Technikkurse, die viele Volkshochschulen und Seniorenbüros anbieten.
Was die Lösung im Alltag bewirkt
Der größte Gewinn liegt vermutlich nicht im Gehirntraining im engeren Sinn, sondern in der Tatsache, dass eine angenehme Beschäftigung jederzeit verfügbar ist. Wenn der Nachmittag lang wird, das Wetter zum Spazierengehen zu schlecht ist oder eine Wartezeit beim Arzt überbrückt werden muss, ist eine Runde Solitär oder ein kleines Rätsel auf dem Tablet schnell zur Hand. Für viele wird das zu einer kleinen Tagesroutine, die Struktur gibt und gleichzeitig Spaß macht.
Eine Möglichkeit von vielen
Spiele Apps sind nur ein Baustein im Bemühen, geistig fit zu bleiben. Bücher, Tageszeitungen, Hörbücher, Volkshochschulkurse, Seniorenuniversitäten, Gesprächskreise, Chor, Schachclub oder die wöchentliche Spielerunde mit Freunden leisten dasselbe und haben den Vorteil, dass sie zusätzlich für soziale Kontakte sorgen. Auch das Erlernen einer neuen Sprache, einer Handarbeitstechnik oder eines Instruments fordert den Kopf in besonderer Weise. Wer bislang noch keinen Computer und kein Tablet besitzt, kann sich in vielen Kommunen über Seniorenbüros, Mehrgenerationenhäuser oder Bibliotheken Geräte ausleihen und in Einsteigerkursen den Umgang lernen.
Mehr Ideen im Buch
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