Kartenrunde am Bildschirm: Wie das Netz neue Spielpartner zusammenbringt
Vielleicht geht es Ihnen ähnlich: Der wöchentliche Skatnachmittag, der jahrzehntelang fester Bestandteil des Lebens war, findet immer seltener statt. Die Mitspieler werden älter, manche sind weiter weggezogen oder können den Weg zur gemeinsamen Runde nicht mehr leicht zurücklegen. Wenn dann noch ein paar Wintertage mit ungemütlichem Wetter dazukommen, fällt die geliebte Spielrunde manchmal über Wochen aus.
Eine vergleichsweise junge Möglichkeit, das Kartenspiel trotzdem fortzuführen, sind Online-Kartenspiele auf Tablet, Smartphone oder Computer.
Wie das Spiel im Netz funktioniert
Die meisten Spieleplattformen funktionieren ähnlich. Nach dem Einrichten der App sucht das Programm passende Mitspielerinnen und Mitspieler aus einer großen Gemeinschaft. Skat, Doppelkopf, Schafkopf, Rommé, Bridge und viele andere Spiele lassen sich auf diese Weise rund um die Uhr finden. Manche Plattformen ermöglichen während des Spiels einen kleinen Chat, andere bieten sogar eine Sprachverbindung an, sodass man sich wie am Spieltisch unterhalten kann.
Wer lieber im Bekanntenkreis bleibt, kann auf vielen Plattformen auch eine private Runde einrichten und nur Familie oder Freunde dazu einladen. So lässt sich der vertraute Skatabend mit denselben Mitspielern weiter pflegen, auch wenn diese inzwischen über mehrere Städte verteilt wohnen.
Was zu bedenken ist
Ehrlich gesagt: Ein Online Spiel ist nicht dasselbe wie ein gemeinsamer Nachmittag mit Kaffee und Kuchen. Der Plausch über die Familie, das gemeinsame Schmunzeln über eine kuriose Hand und das eigentliche Beisammensein lassen sich nur eingeschränkt in den digitalen Raum übertragen. Für viele Menschen ist die Online Variante deshalb eine Ergänzung, kein Ersatz, und sie funktioniert am besten in Verbindung mit gelegentlichen persönlichen Treffen, etwa wenn die Spielrunde zwischendurch wieder einmal zusammenfindet.
Außerdem braucht es etwas Geduld am Anfang. Die Bedienung der App, das Anmelden, das Verstehen der Spielfläche auf dem Bildschirm: Das alles will gelernt sein. Hilfreich ist Unterstützung durch jüngere Familienmitglieder, einen Computerkurs an der Volkshochschule oder im Seniorenbüro. Auch beim Anbieter sollte man genau hinschauen. Seriöse Plattformen verlangen kein Glücksspielkapital, locken nicht mit Bonusangeboten und behandeln persönliche Daten sorgsam. Wer auf Echtgeld Plattformen stößt, sollte sehr vorsichtig sein, weil sich dort schnell finanzielle Risiken aufbauen können.
Auch der Augenkomfort sei erwähnt: Längeres Sitzen vor dem Bildschirm strengt die Augen an. Ausreichend großes Display, gute Beleuchtung im Raum und regelmäßige Pausen machen das Spielen wesentlich angenehmer.
Was die Lösung im Alltag bewirkt
Der Gewinn liegt vor allem darin, dass das Lieblingsspiel verfügbar bleibt, auch wenn die persönlichen Runden seltener werden. Wer bei Regen am Sonntagnachmittag Lust auf eine Partie hat, muss nicht warten, bis sich der nächste Termin findet, sondern kann gleich loslegen. Das hält eine Beschäftigung lebendig, die für viele Menschen seit Jahrzehnten zum Wochenrhythmus gehört.
Hinzu kommt ein nicht zu unterschätzender sozialer Aspekt. Im Online-Spiel begegnet man Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen, manche werden mit der Zeit zu vertrauten Gegenspielern, mit denen ein kurzer Gruß ebenso dazugehört wie das Spiel selbst. Ein vollwertiger Ersatz für persönliche Begegnungen ist das nicht, aber für manche eine willkommene zusätzliche Quelle der Verbundenheit.
Eine Möglichkeit von mehreren
Online-Kartenspiele sind nur ein Weg, um geistig und sozial in Bewegung zu bleiben. Telefongespräche mit Freunden, Videoanrufe mit den Enkeln, Spaziergänge in Begleitung, der wöchentliche Seniorennachmittag in der Kirchengemeinde, Volkshochschulkurse oder die örtliche Spielerunde im Café leisten dasselbe und haben den Vorzug echter persönlicher Begegnung. Für gemeinsame Aktivitäten unter dem Dach gibt es zudem Mehrgenerationenhäuser, Seniorenbüros und nicht zuletzt die örtlichen Vereine, in denen sich neue Spielpartner finden lassen.
Wer beim Einstieg in die digitale Welt Unterstützung sucht, wird in vielen Kommunen über Seniorenbüros, Bibliotheken oder die örtliche Volkshochschule fündig. Manche Anbieter führen kostenlose Tablet-Kurse durch, in denen genau solche Anwendungen Schritt für Schritt erklärt werden.
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