Hilfsmittel bei Demenz: Trittmatte mit Alarmfunktion
Bei fortschreitender Demenz kommt es häufig zu nächtlicher Unruhe, zu Desorientierung beim Aufstehen oder zum unbemerkten Verlassen der Wohnung. Für Angehörige, die mit der betroffenen Person zusammen oder in unmittelbarer Nähe wohnen, ist das eine der schwierigsten Situationen: Sie möchten zur Stelle sein, wenn etwas passiert, aber nicht jede Nacht wach liegen oder ständig kontrollieren. An dieser Stelle kann eine Trittmatte mit Alarmfunktion eine pragmatische Hilfe sein.
Wie die Matte funktioniert
Äußerlich erinnert die Matte an einen flachen Fußabtreter. In ihrem Inneren sitzen Drucksensoren, die auslösen, sobald jemand mit dem Körpergewicht eines Erwachsenen darauf tritt. Das Signal kommt entweder direkt aus der Matte als akustisches Klingeln oder wird per Funk an einen Empfänger im Nebenzimmer übertragen. Übliche Einsatzorte sind die Stelle direkt vor dem Bett oder der Weg zur Wohnungstür. Die Stromversorgung läuft meist über Batterien, eine bauliche Installation ist nicht nötig, und die Matte lässt sich unauffällig unter einem Läufer verbergen.
Ehrlich gesagt: Was die Matte leistet und was nicht
Eine Trittmatte alarmiert, sie verhindert nichts. Sie ersetzt also weder eine durchdachte Sturzprävention noch eine angemessene Pflegesituation. Wer auf das Signal reagieren soll, muss in Hörweite oder erreichbar sein, sonst läuft der Alarm ins Leere. Für Menschen, die ganz allein wohnen, ist die Matte deshalb nur in Verbindung mit einer Weiterleitung des Signals sinnvoll, etwa an einen Pager der Pflegenden.
Weitere Punkte, die zu bedenken sind:
- Große Haustiere können den Alarm auslösen.
- Der Alarmton kann die betroffene Person erschrecken und nächtliche Unruhe verstärken. Viele Modelle lassen sich deshalb stumm schalten und melden ausschließlich an den Empfänger im Nebenzimmer.
- Die Matte überwacht eine Person, oft, ohne dass diese das in jedem Moment präsent hat. Solange ein Gespräch noch möglich ist, lohnt es sich, das mit der betroffenen Person offen zu besprechen. Wo das nicht mehr geht, sollte die Maßnahme bewusst als Schutz dienen und nicht nur als Bequemlichkeit für die Pflegenden.
- Batterien müssen regelmäßig geprüft und gewechselt werden.
- Die Preise reichen je nach Ausführung von etwa 40 Euro für eine einfache Matte mit akustischem Signal bis zu mehreren hundert Euro für funkgekoppelte Sets mit Pager.
Was sich im Alltag ändert
Wenn die Voraussetzungen passen, kann eine Trittmatte spürbar entlasten. Pflegende Angehörige müssen nicht mehr prophylaktisch wach liegen oder mehrfach in der Nacht nachsehen, sondern können gezielt reagieren, wenn das Signal kommt. Für die betroffene Person bedeutet das im besten Fall, dass sie weniger oft angesprochen oder geweckt wird, weil das Bedürfnis der Angehörigen nach Sicherheit über die Matte gedeckt ist.
Eine Lösung von mehreren
Die Trittmatte ist eine Möglichkeit unter mehreren, nächtliche Bewegungen oder das Verlassen der Wohnung zu bemerken. Je nach Wohnsituation und Schweregrad der Symptome kommen andere oder ergänzende Lösungen in Betracht:
- Bettsensoren oder Sensorauflagen unter der Matratze melden, sobald die Person das Bett verlässt, ohne dass jemand auf eine Matte treten muss.
- Tür- und Fensterkontakte signalisieren, wenn die Wohnungstür geöffnet wird, und reagieren gezielter als eine Matte im Eingangsbereich.
- Bewegungsmelder in Verbindung mit einem Funkgong oder einem Smart-Home-System leisten Ähnliches, eignen sich aber eher für technikvertraute Haushalte.
- Ein Hausnotruf erlaubt der betroffenen Person, im Fall eines Sturzes selbst Hilfe zu rufen, sofern sie das System noch zuverlässig bedienen kann.
- Bewegungsaktivierte Nachtbeleuchtung trägt dazu bei, dass nächtliches Aufstehen ruhiger und sturzärmer verläuft, was die Notwendigkeit eines Alarms manchmal verringert.
Für eine fundierte Einschätzung gibt es mehrere Anlaufstellen. Pflegestützpunkte beraten zur häuslichen Versorgung und zur Finanzierung. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und ihre regionalen Landesverbände bieten kostenlose Beratung speziell für Angehörige von Menschen mit Demenz. Sanitätshäuser zeigen verschiedene Matten- und Sensormodelle, Wohnberatungsstellen der Kommunen schauen sich die räumliche Situation vor Ort an. Liegt ein Pflegegrad vor, ist beim Pflegestützpunkt oder direkt bei der Pflegekasse zu klären, ob die Matte als technisches Pflegehilfsmittel anerkannt oder über den Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen mitfinanziert werden kann.
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