Ergonomische Maus und Tastatur: Geringere Belastung für Hände und Handgelenke
Längeres Arbeiten am Computer beansprucht Hände, Handgelenke und Unterarme oft mehr, als es auf den ersten Blick scheint. Mit den Jahren machen sich nachlassende Greifkraft, Arthrose in den Fingergelenken oder Beschwerden im Schulter- und Nackenbereich bemerkbar, und genau dann werden Eingabegeräte, die jahrelang unauffällig ihren Dienst getan haben, plötzlich zur spürbaren Belastung. Maus und Tastatur in ergonomischer Bauform können hier deutliche Erleichterung bringen.
Wie ergonomische Maus und Tastatur sich unterscheiden
Eine ergonomische Maus ist so geformt, dass die Hand nicht flach aufliegt, sondern in einer leicht geneigten oder fast senkrechten Haltung ruht (sogenannte Vertikalmaus). Das entlastet die Drehmuskulatur im Unterarm und die Sehnen am Handgelenk. Trackball-Mäuse gehen einen anderen Weg: Die Maus selbst bleibt stehen, bewegt wird nur eine Kugel mit dem Daumen oder den Fingern. Das ist nützlich, wenn das Bewegen der ganzen Hand schmerzt oder die Feinmotorik nachgelassen hat.
Ergonomische Tastaturen weichen vom rechteckigen Standardlayout ab. Geteilte Tastaturen ermöglichen es, die Hände schulterbreit zu halten, statt sie nach innen abzuwinkeln. Modelle mit Handballenauflage entlasten das Handgelenk. Tastaturen mit größeren, kontrastreich beschrifteten Tasten erleichtern zusätzlich das Sehen und Treffen der richtigen Taste, was unabhängig vom Lebensalter, aber besonders im Alter zugutekommt. Den Tastenanschlag selbst gibt es weich (geringer Kraftaufwand, wenig Rückmeldung) oder mit deutlichem Druckpunkt, welche Variante besser passt, ist Geschmackssache und sollte ausprobiert werden.
Ehrlich gesagt: Was die Geräte leisten und was nicht
Eine ergonomische Maus oder Tastatur lindert Beschwerden, sie heilt keine. Wer dauerhaft Schmerzen in den Händen, am Handgelenk oder im Schulter-Nacken-Bereich hat, sollte ärztlich abklären lassen, was die Ursache ist. Manchmal steckt eine behandelbare Erkrankung dahinter, etwa ein Karpaltunnelsyndrom oder eine Sehnenscheidenentzündung, manchmal ein Sitz- oder Bildschirmproblem, das auch das beste Eingabegerät nicht ausgleichen kann.
Weitere Punkte, die zu bedenken sind:
- Die Umgewöhnung dauert. Eine Vertikalmaus oder eine geteilte Tastatur fühlt sich in den ersten Tagen ungewohnt an, die ersten Mausbewegungen sind tendenziell langsamer und ungenauer. Das ist normal und legt sich meist nach ein bis zwei Wochen.
- Nicht jede „ergonomische“ Bauform passt zu jeder Hand. Die Größe der Maus muss zur Handgröße passen, sonst verkehrt sich der Effekt ins Gegenteil. Wer kann, sollte verschiedene Modelle im Fachgeschäft anfassen.
- Funkmodelle brauchen Batterien oder einen geladenen Akku. Wer beides regelmäßig vergisst, ist mit einem Kabelmodell besser bedient.
- Linkshändige finden bei Vertikalmäusen ein deutlich kleineres Angebot als Rechtshändige, viele Modelle gibt es ausschließlich für die rechte Hand.
- Die Preise liegen für ergonomische Mäuse je nach Ausführung etwa zwischen 25 und 100 Euro, für ergonomische Tastaturen zwischen 30 und 150 Euro, in der professionellen Klasse auch darüber.
- Maus und Tastatur sind nur ein Faktor. Sitzhöhe, Bildschirmposition, Lichtverhältnisse und vor allem regelmäßige kurze Pausen wirken oft genauso stark. Eine optimal geformte Maus rettet keinen schlecht eingestellten Arbeitsplatz.
Was sich im Alltag ändert
Wer auf passende Eingabegeräte umstellt, merkt das selten als spektakuläre Veränderung, sondern als unauffällige Erleichterung. Die Hand bleibt länger entspannt, das verspannte Gefühl am Abend wird seltener, das Tippen geht leichter von der Hand. Damit wird der Computer wieder als das wahrgenommen, was er sein soll: ein Werkzeug, das Kontakt, Information und Erledigungen ermöglicht und nicht selbst zur Hürde wird.
Eine Lösung von mehreren
Ergonomische Eingabegeräte sind ein Baustein. Je nach Beschwerden und Vorlieben kommen weitere Möglichkeiten in Betracht, oft in Kombination:
- Eine Spracheingabe (in Windows und auf dem Mac bereits eingebaut) erspart einen großen Teil des Tippens und entlastet damit Hände und Handgelenke. Längere Texte lassen sich diktieren, einzelne Befehle per Sprache geben.
- Eine angepasste Mauszeigergröße und ein langsamerer Doppelklick erleichtern das Treffen kleiner Schaltflächen und sind in den Betriebssystemeinstellungen kostenlos zu finden.
- Tablets mit größerem Bildschirm sind für reines Lesen, E-Mails und Videotelefonie oft die einfachere Wahl, weil sie weder Maus noch Tastatur in der klassischen Form brauchen.
- Bei Sehbeeinträchtigung helfen größere Schrift, höherer Kontrast und Vorlesefunktionen oft mehr als ein neues Eingabegerät.
- Bei deutlich eingeschränkter Hand- oder Armfunktion gibt es spezielle Eingabehilfen wie Großtastentastaturen, Joystick-Mäuse oder Fußmäuse. Diese sind erklärungsbedürftig und sollten mit fachlicher Begleitung ausgewählt werden.
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