Fernsehen ohne Tastendschungel: Was eine einfache Senioren-Fernbedienung bewirken kann
Sie kennen das vermutlich: Sie möchten abends gemütlich Ihre Lieblingssendung schauen, doch die Fernbedienung wirkt wie ein kleines Cockpit. Über fünfzig Tasten, eng beieinander gesetzt, viele mit unverständlichen Symbolen beschriftet. Ein falscher Druck, und schon ist der Bildschirm blau, der Ton verschwunden oder ein Menü auf Englisch erschienen, aus dem sich kaum mehr herausfinden lässt.
Für viele ältere Menschen wird dieser eigentlich einfache Wunsch nach einem ruhigen Fernsehabend zur kleinen Geduldsprobe. Manche verzichten irgendwann lieber ganz aufs Fernsehen, was schade ist, weil gerade die Tagesschau, eine Quizsendung oder ein vertrauter Krimi für viele zum Tagesausklang gehören und ein Stück Verbundenheit mit der Welt vermitteln.
Was eine vereinfachte Fernbedienung ausmacht
Eine sogenannte Einfach Fernbedienung beschränkt sich auf das, was wirklich gebraucht wird: Ein und Ausschalten, Kanal wechseln, Lautstärke regeln, manchmal noch eine kleine Reihe vorbelegter Senderwahltasten. Die Tasten sind groß, deutlich beschriftet und im Abstand so angeordnet, dass auch steife oder zitternde Finger nicht versehentlich daneben tippen.
Praktisch ist, dass sich die meisten Modelle auf den vorhandenen Fernseher anlernen lassen. Neue Geräte sind also nicht nötig. Beim Anlernen werden die Codes des bisherigen Fernsehers übertragen, was entweder über eine Codeliste oder durch direktes Übernehmen vom alten Sender funktioniert. Sind technisch versierte Angehörige oder Bekannte zur Hand, ist das in einer Viertelstunde erledigt. Andernfalls helfen Elektrofachgeschäfte oder auch die Beratungsstellen der Verbraucherzentralen weiter.
Was zu bedenken ist
Ehrlich gesagt: Nicht jede Einfach Fernbedienung passt zu jedem Fernseher. Vor allem bei sehr neuen Smart TVs mit eigenen Apps und Sprachsteuerung sind manche Funktionen über eine schlichte Fernbedienung nicht mehr erreichbar. Wer ohnehin nur klassisches Fernsehen schaut, vermisst diese Funktionen in der Regel nicht. Wer aber Streamingdienste, eine Mediathek oder Internetdienste nutzt, sollte beim Kauf prüfen, ob das gewünschte Modell auch diese Bereiche bedient oder zumindest den Aufruf einer Lieblingsapp ermöglicht.
Sinnvoll ist außerdem, auf folgende Punkte zu achten: Die gespeicherten Einstellungen sollten beim Batteriewechsel erhalten bleiben, damit nicht jedes Mal neu programmiert werden muss. Die Tasten sollten einen spürbaren Druckpunkt haben, weil das die Bedienung mit eingeschränkter Feinmotorik erleichtert. Und eine deutliche, kontrastreiche Beschriftung hilft den Augen, vor allem im gedämpften Wohnzimmerlicht am Abend.
Was die kleine Lösung im Alltag bewirkt
Der Gewinn liegt nicht nur im einfacheren Bedienen, sondern auch in einem kleinen, aber wichtigen Gefühl von Souveränität. Wer abends den Fernseher ohne Hilfe einschaltet, den gewünschten Sender findet und die Lautstärke nach eigenem Geschmack einstellt, behält ein Stück eigenständigen Tagesablauf. Niemand muss um eine Lappalie gebeten werden, und der Abend gehört einem selbst.
Eine Lösung von mehreren
Vereinfachte Bedienkonzepte gibt es nicht nur für den Fernseher. Es gibt Seniorentelefone mit großen Tasten und Fotospeichern, die das Anrufen erleichtern, ebenso einfache Mobiltelefone mit reduzierten Menüs. Sprachassistenten wie Alexa oder Google Assistant können auf Zuruf das Licht einschalten, Musik abspielen oder den Wetterbericht vorlesen, was vielen älteren Menschen anfangs ungewohnt erscheint, sich nach kurzer Eingewöhnung aber oft als überraschend hilfreich erweist.
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