Unkompliziert telefonieren mit dem Einfach-Handy
Ein Telefon soll telefonieren, mehr nicht, so empfinden es viele Menschen, die mit den verschachtelten Menüs und winzigen Symbolen eines Smartphones nicht warm werden. Wenn die Augen nachlassen und die Finger nicht mehr treffsicher über glatte Bildschirme streichen, wird schon das simple Anrufen der Tochter zur Geduldsprobe. Vielleicht geht es Ihnen ähnlich. Es gibt Mobiltelefone, die genau hier ansetzen und alles weglassen, was nicht dem direkten Kontakt zu vertrauten Menschen dient.
So funktioniert ein Einfach-Handy
Das Gerät, um das es hier geht, treibt den Gedanken der Einfachheit besonders weit: Es besitzt gar keine Zifferntastatur. Statt selbst eine Nummer einzutippen, drücken Sie eine von wenigen großen Direktwahltasten, hinter denen jeweils eine feste Person hinterlegt ist. Neben den Tasten steht der Name, oft von Hand eingetragen, etwa Nina, Thomas oder Ralph. Ein Druck genügt, und der Anruf geht an genau diese Person. Belegt werden die Tasten in aller Regel nicht von der nutzenden Person selbst, sondern von Angehörigen oder Betreuenden, die die wichtigen Nummern einmal einrichten. Grüne und rote Tasten nehmen Gespräche an oder beenden sie, das Display zeigt kontrastreich an, wer anruft. Eingehende Anrufe empfangen Sie von jedem beliebigen Anschluss, vereinfacht ist allein das Wählen, das hier auf den Druck einer benannten Taste zusammenschrumpft.

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Ehrlich gesagt: Was ein Einfach-Handy nicht leistet
Die Stärke dieses Geräts ist seine Einfachheit, und genau darin liegt zugleich seine Grenze. Wer nur die hinterlegten Personen anrufen kann, erreicht eben auch niemanden sonst: Ein spontaner Anruf beim Handwerker, bei einer Behörde oder bei einer Nummer, die nicht auf einer Taste liegt, ist nicht möglich, solange niemand sie zuvor einrichtet. Damit hängt die nutzende Person bei jeder Änderung von der Unterstützung anderer ab. Auch alles, was moderne Mobiltelefone sonst können, fällt weg: keine Kurznachrichten im eigentlichen Sinn, keine Fotos, keine Fahrpläne, keine Videoanrufe mit den Enkeln. Und ich muss einem verbreiteten Missverständnis widersprechen: Ein solches Gerät ist kein Notrufsystem. Selbst wenn eine Taste mit einer Hilfsperson belegt ist, setzt der Anruf voraus, dass Sie das Handy bei sich tragen, es erreichen und die Taste bewusst drücken können. Nach einem Sturz gelingt das oft nicht. Für die Absicherung im Ernstfall ist ein Hausnotruf gedacht, dessen Sender man als Armband oder Kette ständig am Körper trägt.
Was sich im Alltag ändert
Der spürbarste Unterschied liegt darin, dass das Telefonieren jede Hürde verliert. Es gibt keine Nummer zu suchen, keine Ziffern zu treffen, kein Menü, in dem man sich verirren könnte. Sie sehen den Namen, drücken die Taste daneben und sind verbunden. Für Menschen, denen das Sehen oder die Feinmotorik zu schaffen macht, oder für die eine beginnende Demenz das Merken von Abläufen erschwert, kann gerade diese radikale Reduktion eine echte Erleichterung sein. Der Kreis der erreichbaren Personen ist klein, aber er umfasst die, auf die es ankommt. In einer bestimmten Lebenssituation ist genau das wertvoll: unkompliziert und verlässlich die vertrauten Menschen erreichen, ohne an der Technik zu scheitern.
Eine Lösung von mehreren
Ein Einfach-Handy mit reiner Direktwahl ist eine von mehreren Möglichkeiten, das Telefonieren zugänglich zu halten, und es passt vor allem dann, wenn größtmögliche Einfachheit im Vordergrund steht. Wer noch selbst gelegentlich fremde Nummern wählen möchte, ist mit einem Seniorenhandy mit großen Zifferntasten besser bedient, das die Bedienung vereinfacht, ohne das freie Wählen aufzugeben. Für das Telefonieren zu Hause reicht oft schon ein Großtastentelefon am Festnetz, das ebenfalls Direktwahltasten bietet und nicht geladen werden muss. Wer umgekehrt hin und wieder ein Foto der Enkel oder eine Videosprechstunde nutzen will, für den kann ein Smartphone mit einer speziellen Seniorenoberfläche der bessere Weg sein. Und für die reine Absicherung im Notfall bleibt der Hausnotruf das passende Gerät, ergänzend zum Telefon, nicht als dessen Ersatz. Welche Lösung passt, hängt davon ab, wie groß der Kreis der Gesprächspartner ist, ob Sie fremde Nummern wählen können müssen und wie es um Sehen, Feinmotorik und Gedächtnis steht.
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QUELLE:
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