Hilfsmittel für Senioren: Wie ein kleines Licht mit Bewegungsmelder den Tag erleichtert
Kennen Sie das? Früh am Morgen, draußen ist es noch dunkel, und im Kleiderschrank sieht alles erst einmal grau aus. Welcher Pullover ist das jetzt? Ist die Hose blau oder doch schwarz? Was bei tagheller Beleuchtung in zwei Sekunden geklärt wäre, kostet im Halbdunkel Geduld und Augenlicht.
Mit den Jahren wird das Problem nebenbei größer, weil die Augen weniger Licht aufnehmen und Kontraste schlechter unterscheiden. Eine kleine, unauffällige Lösung dafür sind LED-Sockellichter mit Bewegungsmelder.
Wie diese kleinen Leuchten funktionieren
Das Prinzip ist denkbar einfach: Sobald sich die Schranktür öffnet, erkennt der Sensor die Bewegung und schaltet das Licht ein. Wer den Schrank wieder schließt oder einfach kurz innehält, erlebt nach wenigen Sekunden, wie sich die Beleuchtung von selbst abschaltet. Strom verbraucht das Ganze also nur, wenn er auch gebraucht wird.
Die Montage ist ähnlich unkompliziert. Die meisten Modelle werden mit einem Klebestreifen oder mit Magneten befestigt, sodass sich Bohren erübrigt. Versorgt werden die Leuchten meist über Batterien oder einen kleinen Akku, der sich per USB Kabel aufladen lässt. Ein Stromanschluss im Schrank ist deshalb nicht nötig.
Realistisch betrachtet gibt es zwei kleine Einschränkungen. Erstens müssen die Batterien oder der Akku regelmäßig nachgeladen oder getauscht werden, je nach Nutzung etwa alle paar Wochen bis Monate. Zweitens reicht die Lichtstärke nicht an eine fest verbaute Schrankbeleuchtung heran. Für den Blick in den eigenen Kleiderschrank ist sie aber in der Regel mehr als ausreichend.
Was die kleine Lösung im Alltag bewirkt
Eine bessere Schrankbeleuchtung allein verändert kein Leben. Sie nimmt aber eine wiederkehrende Reibung aus dem Tag, und das ist mehr wert, als es zunächst klingt. Wer morgens schneller die passende Kleidung findet, startet ohne den kleinen Frust, den jedes vergebliche Suchen mit sich bringt. Wer sich nicht über das richtige Hemd beugen muss, schont zudem den Rücken.
Der Effekt ist in vielen Wohnungen noch deutlicher in dunklen Eckschränken, in tiefen Kommodenfächern oder in der hinteren Ecke des Vorratsschranks. Die kleinen Leuchten lassen sich überall dort einsetzen, wo es bisher dämmrig war.
Eine Lösung von vielen
Bessere Beleuchtung ist eines der am meisten unterschätzten Themen, wenn es um Wohnen im Alter geht. Mit den Jahren braucht das Auge deutlich mehr Licht als in jüngeren Jahren, vor allem auf Wegstrecken und in Übergangsbereichen. Sinnvoll ist es deshalb, auch andere Stellen in den Blick zu nehmen, etwa den Weg vom Bett zum Bad mit einem Bewegungsmelder Nachtlicht auszustatten, im Treppenhaus für gleichmäßiges, blendfreies Licht zu sorgen oder in der Küche unter den Hängeschränken eine Arbeitsbeleuchtung zu installieren. Solche Maßnahmen erhöhen den Komfort und verringern nebenbei die Sturzgefahr.
Eine Wohnberatung, wie sie von vielen Kommunen, Pflegestützpunkten und Sanitätshäusern kostenlos angeboten wird, hilft dabei, solche Punkte systematisch zu erkennen.
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QUELLE:
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