Möbel auf Rollen: praktisch beim Putzen, aber erhöhte Sturzgefahr
Wer schon einmal um einen schweren Beistelltisch oder Sessel herumgesaugt hat, weil sich das Möbelstück kaum verschieben ließ, hat sich vielleicht schon Möbel auf Rollen gewünscht. Tatsächlich lassen sie sich mühelos zur Seite schieben, und das Reinigen darunter wird leichter. Bei Möbeln auf Rollen gibt es im Haushalt älterer Menschen allerdings einen Punkt, der häufig übersehen wird und der die praktische Erleichterung zur Sturzgefahr machen kann. Anders als die meisten Beiträge dieser Reihe geht es hier deshalb weniger um ein Hilfsmittel als um eine Warnung mit konkreten Empfehlungen.
Die praktische Seite rollender Möbel
Möbel auf Rollen lassen sich ohne Kraftaufwand verschieben, was das Saugen und Wischen unter Sofa, Schrank oder Tisch erleichtert. Bei vielen modernen Möbeln sind die Rollen unauffällig im Korpus versenkt, sodass das Stück auf den ersten Blick standfest wirkt wie jedes andere. Genau diese Unauffälligkeit ist der Kern des Problems.

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Warum bei rollenden Möbeln Vorsicht geboten ist
Im Alter lässt die Kraft in den Beinen nach, und beim Aufstehen aus einem Sessel oder Stuhl stützen sich viele Menschen an einem Möbelstück in der Nähe ab, oft ganz automatisch und ohne hinzusehen. Bei einem feststehenden Beistelltisch gibt dieser Halt Sicherheit. Steht das Möbelstück dagegen auf Rollen, rollt es im Moment der Belastung weg. Der erwartete Widerstand fehlt, das Gleichgewicht kippt nach vorn, und ein Sturz ist die mögliche Folge.
Das ist keine theoretische Gefahr. Beim Aufstehen und Hinsetzen passieren im häuslichen Umfeld viele Stürze, und gerade hüftgelenknahe Brüche haben für ältere Menschen oft schwerwiegende Folgen. Ein Möbelstück, das unerwartet nachgibt, ist dabei ein vermeidbarer Auslöser.
Empfehlungen für mehr Sicherheit
Die wichtigste Regel ist einfach: Möbel, an denen man sich beim Aufstehen oder Hinsetzen abstützt oder die als Aufstehhilfe dienen, sollten nicht frei auf Rollen stehen. Das betrifft vor allem Stühle, Hocker, Sessel und Beistelltische in der Nähe von Sitzplätzen und Bett.
Wer auf die Beweglichkeit rollender Möbel nicht verzichten möchte, hat mehrere Möglichkeiten, die Gefahr zu entschärfen:
- Modelle mit Feststellbremse an den Rollen wählen und die Bremse im Alltag konsequent geschlossen halten. Geöffnet wird sie nur zum Reinigen. Wichtig ist, dass sich die Bremse mit dem Fuß bedienen lässt, ohne sich bücken zu müssen.
- Rollen bei kritischen Möbelstücken ganz entfernen oder durch feste Gleiter ersetzen. Viele Rollen lassen sich einfach gegen Stopfen oder Filzgleiter austauschen.
- Rollende Möbel nur dort einsetzen, wo niemand sich daran abstützt, etwa als Servierwagen, Pflanzentisch oder rollbares Regal in einer freien Ecke.
- Für das gezielte Verschieben beim Putzen gibt es Möbelroller oder Möbelgleiter, die nur bei Bedarf untergelegt werden. So bleibt das Möbelstück im Alltag standfest und wird nur zum Reinigen beweglich.
Worauf es beim Aufstehen wirklich ankommt
Wenn das Aufstehen aus dem Sessel zunehmend schwerfällt und der Griff zum nächsten Möbelstück zur Gewohnheit wird, ist das ein Hinweis, der über die Frage der Rollen hinausgeht. Statt sich an einem zufälligen und womöglich unsicheren Möbelstück abzustützen, sind dafür vorgesehene Hilfen sicherer:
- Eine feste Aufstehhilfe am Bett oder Sessel (eine sogenannte Bettaufrichthilfe oder Aufstehhilfe) gibt einen stabilen Griff an der richtigen Stelle.
- Sessel mit erhöhter Sitzfläche oder mit elektrischer Aufstehhilfe erleichtern das Aufstehen grundlegend, sind aber eine größere Anschaffung.
- Stabile Haltegriffe an der Wand, etwa neben dem Bett oder im Bad, bieten einen verlässlichen Halt, der nicht wegrollen oder kippen kann.
- Wenn das Aufstehen allgemein unsicher wird, lohnt sich ein Kraft- und Gleichgewichtstraining, das nachweislich am wirksamsten gegen Stürze hilft. Viele Physiotherapiepraxen und Sportvereine bieten entsprechende Angebote, häufig mit Bezuschussung der Krankenkasse.
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QUELLE:
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