Klingeln, das überall ankommt: Wie ein batterieloser Funkgong den Alltag im Haus erleichtert

Klingel für Senioren, wenn das Gehör nachlässt: Der EnOcean-Rufgong

Sie kennen das vielleicht: Die Klingel ist im Garten, im Bad oder bei laufendem Fernseher gar nicht zu hören gewesen. Mit den Jahren wird das Phänomen häufiger, weil das Gehör nicht mehr jeden Ton zuverlässig einfängt. Eine elegante Lösung für dieses Problem ist ein moderner Funkgong, der sich beliebig im Haus aufstellen lässt. Besonders praktisch sind Modelle auf Basis der sogenannten EnOcean Technik.

Wie ein batterieloser Funkgong funktioniert

Das Besondere an der EnOcean Variante liegt im Klingelknopf selbst. Beim Drücken erzeugt ein winziger Mechanismus im Inneren genug Energie, um ein Funksignal zum Empfänger zu senden. Eine Batterie braucht der Klingelknopf damit nicht. Das klingt im ersten Moment nach Zauberei, ist aber eine zuverlässige und seit Jahren bewährte Technik.

Der Empfänger, also der eigentliche Gong, wird einfach in eine freie Steckdose gesteckt, idealerweise dort, wo man sich häufig aufhält. Größere Wohnungen lassen sich problemlos mit mehreren Empfängern ausstatten, sodass in Küche, Wohnzimmer und Schlafzimmer gleichzeitig ein Signal ertönt. Manche Modelle bieten neben dem Klang zusätzlich ein optisches Signal in Form eines blinkenden Lichts, was für Menschen mit nachlassendem Gehör eine deutliche Verbesserung darstellt.

Was zu bedenken ist

Ehrlich gesagt: Auch ein Funkgong hat seine Eigenheiten. Die Funkreichweite hängt stark vom Gebäude ab. In einem Holzhaus reichen die Signale meist mühelos über mehrere Etagen, in einem Massivbau mit dicken Wänden oder einer Stahlbetondecke kann es passieren, dass das Signal in entfernteren Räumen schwächer ankommt. Vor dem Kauf lohnt es sich, die angegebene Reichweite mit den Gegebenheiten der eigenen Wohnung abzugleichen, im Zweifel sind Modelle mit Repeater oder zusätzlichem Verstärker eine sichere Wahl.

Der Empfänger braucht eine freie Steckdose, was bei knappem Steckdosenplatz mitbedacht werden sollte. Modelle mit eingebautem Akku, die auf einem Tisch stehen oder am Bett liegen können, sind in dieser Hinsicht flexibler, müssen allerdings hin und wieder geladen werden.

Den Klingelknopf selbst sollte man bei der Montage so anbringen, dass er gut sichtbar und in angenehmer Höhe für Besucher ist. Wer einen alten Klingelknopf ersetzt, kann den vorhandenen Platz nutzen. Bei einem Mehrfamilienhaus oder einer Klingelanlage am Gartentor lohnt sich vorher ein Blick in die Hausordnung oder ein kurzes Gespräch mit dem Vermieter.

Was die Lösung im Alltag bewirkt

Der eigentliche Gewinn liegt darin, dass das Klingeln zuverlässig ankommt, egal in welchem Raum man sich gerade aufhält. Wer auf den Pflegedienst, den Lieferdienst oder Besuch wartet, muss nicht mehr in der Nähe der Tür sitzen, um den Moment nicht zu verpassen. Auch im Garten lässt sich der Empfänger über eine Verlängerung oder einen tragbaren Zusatzgong erweitern.

Für viele Menschen wirkt eine zuverlässige Klingel zudem auf eine eher unsichtbare Weise: Sie verringert das ungute Gefühl, eine wichtige Person zu verpassen, und macht das Alleinsein zu Hause entspannter.

Eine Möglichkeit von mehreren

Ein Funkgong ist eine von verschiedenen Möglichkeiten, das Klingeln besser wahrzunehmen. Wer vor allem schlechter hört, profitiert besonders von Modellen mit Lichtsignal oder mit einem Vibrationskissen, das unter das Kopfkissen gelegt werden kann und nachts zuverlässig weckt. Bei einer ausgeprägten Schwerhörigkeit gibt es spezielle Hörhilfen Anlagen, die nicht nur die Klingel, sondern auch das Telefon und den Rauchmelder optisch und vibrierend signalisieren. Solche Lösungen werden zum Teil von der Krankenkasse bezuschusst.

Wer den Klingelmoment auch sehen möchte, kann eine Türsprechanlage mit Kamera oder eine Türklingel mit Videofunktion einbauen lassen, die das Bild auf einen Bildschirm im Inneren oder sogar auf das Smartphone überträgt. Das erspart das Öffnen, wenn unbekannte Personen vor der Tür stehen, und ist gerade abends ein sinnvoller Schutz.

Wer einen Überblick sucht, wird bei Hörgeräteakustikern, in den Wohnberatungsstellen der Kommunen, bei Pflegestützpunkten und in spezialisierten Fachgeschäften für Hilfen bei Hör und Sehbehinderung kompetent beraten.

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