Mehr Sicherheit im eigenen Zuhause: Was Zusatzsensoren für Funkgongs leisten können

Hilfsmittel für mehr Sicherheit im Haushalt von Senioren

Viele Funkgongs lassen sich nicht nur an die Haustür anschließen. Sie bieten zusätzliche Sensoren, die sich an Fenstern, Türen oder in Räumen anbringen lassen und die das Klingelsystem zu einem flexiblen kleinen Helfer erweitern. Im Alter rücken zwei Anwendungen besonders in den Vordergrund: das eigene Sicherheitsgefühl im Haus und der Schutz bei häuslicher Pflege eines Menschen mit Demenz.

So funktionieren die Zusatzsensoren

Die Zusatzsensoren werden per Funk mit dem vorhandenen Empfänger gekoppelt. Es gibt zwei Hauptbauarten. Bewegungsmelder reagieren, sobald jemand einen bestimmten Bereich betritt, etwa einen Kellerflur oder den Hauseingang. Tür- und Fenstermagnete bestehen aus zwei kleinen Teilen, die nebeneinander geklebt werden, eines am Rahmen, eines am beweglichen Flügel. Wird die Tür oder das Fenster geöffnet, trennen sich die Magnete und der Empfänger gibt ein Signal aus.

Der eigentliche Reiz dieser Lösung liegt darin, dass das Signal genau dort ankommt, wo man sich aufhält. Steht der Empfänger im Wohnzimmer auf der Kommode, hört man dort die Meldung. Stellt man ihn nachts auf den Nachttisch, weckt er einen direkt am Bett.

Mehr Sicherheitsgefühl im eigenen Haus

Wer alleine in einem Haus oder einer größeren Wohnung lebt, kennt das ungute Gefühl, das sich gelegentlich einstellt: Was, wenn unten die Kellertür offen steht? Wer war gestern Abend im Hof? Zusatzsensoren können hier für deutlich mehr Ruhe sorgen. Ein kleiner Magnetkontakt an der Kellertür, an der Hintertür oder am Gartentor meldet zuverlässig, sobald jemand öffnet. Ein Bewegungsmelder im Hausflur oder im Vorgarten signalisiert, wenn sich jemand dem Haus nähert.

Der Empfänger neben dem Bett gibt das Signal direkt im Schlafzimmer aus. Sollte jemand nachts versuchen, ins Haus zu kommen, wird das hörbar, bevor sich der Eindringling im Wohnbereich befindet. Das ersetzt zwar keine vollwertige Alarmanlage mit Aufschaltung auf einen Sicherheitsdienst, deckt aber für viele Menschen genau den Bedarf ab, der sie nachts beschäftigt: rechtzeitig zu bemerken, dass etwas nicht stimmt.

Unterstützung bei Demenz in der Familie

Eine zweite, sehr praxisrelevante Anwendung betrifft Familien, in denen ein Mensch mit Demenz zu Hause betreut wird. Bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es vor, dass die Betroffenen nachts unruhig werden, aufstehen und die Wohnung verlassen wollen. Dieses sogenannte Weglaufen kann gefährlich werden, weil sich die Erkrankten draußen oft nicht mehr zurechtfinden, vor allem bei Kälte, Dunkelheit oder leichter Bekleidung.

Hier leisten Tür- und Fenstermagnete am Hauseingang gute Dienste. Der Sensor wird so angebracht, dass jedes Öffnen der Tür ein Signal auslöst. Der Empfänger steht auf dem Nachttisch des betreuenden Angehörigen. Öffnet der Erkrankte nachts die Wohnungstür, wird der Angehörige sofort geweckt und kann rechtzeitig reagieren. Das gleiche Prinzip lässt sich auch an Balkontür, Terrassentür oder Gartentür anwenden.

Pflegende Angehörige beschreiben oft, wie sehr ihnen schon eine einzige durchschlafene Nacht hilft, weil sie sich darauf verlassen können, dass sie das Aufstehen mitbekommen. Das nimmt einen Teil der dauerhaften Anspannung weg, der die häusliche Pflege auf Dauer so kräftezehrend macht.

Was zu bedenken ist

Ehrlich gesagt: Die Sensoren sind ein Baustein, keine umfassende Lösung. Bei Demenz kann es passieren, dass die Erkrankten das System bemerken und versuchen, es zu umgehen, etwa über ein anderes Fenster. Eine vollständige Sicherheit gibt es nicht, und in fortgeschrittenen Krankheitsstadien sollte die Versorgungssituation in jedem Fall mit einem Pflegestützpunkt, der Alzheimer-Gesellschaft oder dem Hausarzt besprochen werden, um zu prüfen, ob die häusliche Pflege noch tragfähig ist.

Auch beim Einbruchsschutz ersetzen die Sensoren keine professionelle Sicherheitsanlage. Sie melden den Vorfall an den Bewohner, leiten ihn aber nicht automatisch an Polizei oder Sicherheitsdienst weiter. Wer hier Bedenken hat, sollte sich von der polizeilichen Beratungsstelle beraten lassen, die in jeder größeren Stadt kostenfrei angeboten wird und sich mit den passenden Schutzmaßnahmen für die jeweilige Wohnsituation auskennt.

Technisch ist auf die Funkreichweite zu achten, vor allem zwischen Kellertür und Schlafzimmer im Obergeschoss. Im Zweifel hilft ein Repeater oder eine Verlagerung des Empfängers. Die Sensoren selbst sind in der Regel batteriebetrieben, sodass gelegentlich die Batterien zu prüfen oder zu wechseln sind.

Eine Möglichkeit von mehreren

Zusatzsensoren am Funkgong sind eine niedrigschwellige und vergleichsweise günstige Lösung. Daneben gibt es weitere Wege, die je nach Situation passender sein können: Bewegungsmelder mit Lichtfunktion erhöhen die nächtliche Sicherheit im Treppenhaus oder im Vorgarten. Hausnotrufsysteme mit Funksender am Arm oder als Anhänger ermöglichen es, im Notfall schnell Hilfe zu rufen, was sich vor allem nach Stürzen bewährt hat. Smart Home Lösungen mit Sensoren an Kühlschranktür, Wasserhahn oder Bett können Angehörigen unauffällig signalisieren, dass der Tagesrhythmus normal verläuft, und Alarm geben, wenn ungewöhnlich lange keine Bewegung registriert wird.

Beratung bieten Pflegestützpunkte, Wohnberatungsstellen der Kommunen, die Alzheimer-Gesellschaft, Polizeiberatungsstellen und spezialisierte Fachgeschäfte für Hilfsmittel. Manche dieser Lösungen werden anteilig von der Pflegekasse übernommen, insbesondere wenn ein Pflegegrad anerkannt ist.

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