Warme Hände am Rollator: Wie ein Handmuff den Spaziergang in der kalten Jahreszeit angenehmer macht

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Kennen Sie das? Die kalte Jahreszeit ist da, und schon der Gedanke an den Spaziergang mit dem Rollator lässt einen frösteln. Hinzu kommt für viele ältere Menschen, dass das Anziehen von Handschuhen mühsamer geworden ist. Steife Finger, schmerzende Gelenke oder einfach die enge Öffnung machen das Hineinschlüpfen jeden Morgen zur Geduldsprobe. Manch einer verzichtet dann lieber auf den geplanten Gang an die frische Luft, was schade ist, weil regelmäßige Bewegung gerade im Winter wichtig bleibt. Eine einfache Lösung für dieses Problem ist der Handmuff am Rollator.

Was ein Handmuff ist und wie er sitzt

Der Handmuff wird mit Klett oder Bändern am Griff des Rollators oder Rollstuhls befestigt und bildet eine Art Tasche, in die beide Hände hineingleiten. Innen sorgt ein weiches Futter aus Fleece oder Lammwolle für Wärme, außen schützt ein wind und wasserabweisendes Material vor Witterung. Der entscheidende Komfort liegt darin, dass die Hände direkt am Griff bleiben und sich beim Schieben oder Bremsen nicht erst aus den Handschuhen befreien müssen.

Realistisch betrachtet: Ein Handmuff ersetzt Handschuhe nicht in jeder Situation. Wer beim Spazieren häufig stehen bleibt, um etwas aus der Tasche zu holen, in den Geldbeutel zu greifen oder mit jemandem die Hand zu schütteln, hat dann doch wieder kalte Finger. Für reine Schiebestrecken, etwa den Weg zum Bäcker oder die Runde im Park, ist die Lösung dagegen unschlagbar bequem.

Was diese kleine Anschaffung im Alltag bewirkt

Der eigentliche Gewinn liegt weniger in der Wärme als in der niedrigeren Hürde. Wer ohnehin schon angezogen am Rollator steht, muss nicht erst noch fummelig in die Handschuhe schlüpfen, sondern kann einfach losgehen. Damit bleibt die Schwelle zum Spaziergang niedrig, was im Winter erfahrungsgemäß den Unterschied macht zwischen tatsächlich Rausgehen und Doch zu Hause Bleiben.

Auch für Angehörige und Pflegekräfte ist das eine Entlastung, weil die Hilfe beim Handschuhe Anziehen entfällt. Vor allem aber gewinnt der oder die Betroffene ein Stück Selbstständigkeit zurück, ohne darum bitten zu müssen.

Worauf beim Kauf zu achten ist

Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf folgende Punkte: Das Außenmaterial sollte wasserabweisend sein, damit auch ein leichter Regen oder feuchter Schnee keine Rolle spielt. Das Innenfutter sollte angenehm warm sein und sich gut anfühlen, da die Hände länger darin liegen. Wichtig ist außerdem, dass die Bremshebel des Rollators weiterhin gut erreichbar bleiben, auch mit Muff. Im Idealfall lässt sich der Muff zum Reinigen abnehmen und bei niedriger Temperatur in der Maschine waschen.

Eine Lösung von mehreren

Der Handmuff ist nur einer von verschiedenen Wegen, im Winter draußen aktiv zu bleiben. Beheizbare Handschuhe mit Akku sind eine Alternative für Menschen mit besonders empfindlichen Händen, sind allerdings teurer und müssen geladen werden. Eine warme Decke über den Knien beim Sitzen im Rollator mit Sitzfläche, rutschfeste Wintersohlen unter den Schuhen und ein Stockschirm am Rollator runden das Bild ab. Auch Spikes, die sich bei Glätte unter die Schuhe schnallen lassen, sind eine sinnvolle Anschaffung, die dem ganzen Winter den Schrecken nehmen kann.

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QUELLE:
https://thomas-schatz.de/hilfsmittel/handmuff-2/

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